Nezahat Baradari besucht die Sportklinik Hellersen (Lüdenscheid). Bild: Büro MdB

Nezahat Baradari vor Ort – Sportklinik Hellersen

Die Sperrung der Rahmedetal-Brücke, Fachkräftemangel und Liquiditäts- und Planungssicherheit. Diese Themen standen im Mittelpunkt eines Austausches in der Sportklinik Hellersen zwischen der heimischen SPD-Bundestagsabgeordneten Nezahat Baradari sowie dem Vorstandsvorsitzenden der Sportklinik, Dirk Burghaus, und Vorstand Stephan Franz.

Versorgung von knapp 50.000 Patienten

Im Rahmen ihrer Sommer-Gesundheits-Tour informierte sich Baradari, die Mitglied im Bundes-Gesundheitsausschuss ist, über die Fachklinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin – und fragte auch nach Wünschen der Vorstände an die Politik. Die Lüdenscheider Spezialklinik, die im Jahr mehr als 40.000 Patienten ambulant und rund 8.000 stationär versorgt, hat ihr Portfolio in den vergangenen Jahren trotz mancher schwieriger Herausforderungen noch deutlich erweitert. Vor mehr als zwei Jahren nach der Schließung des Marienhospitals in Letmathe ist die Schmerzmedizin in der Sportklinik integriert worden. Chefarzt Dr. Wolfgang Welke und fast alle Mitarbeitenden des Letmather Hospitals haben eine neue Heimat in Lüdenscheid gefunden. Zudem wurde das Leistungsspektrum im vergangenen Jahr um die Wirbelsäulenchirurgie erweitert. 

Fehlende Planungssicherheit

„Ein großer Nachteil für uns und andere Fachkliniken in der Corona-Zeit war das Ungleichgewicht bei den Ausgleichszahlungen für Krankenhäuser. Diese gab es in wesentlichem Umfang nur für Krankenhäuser mit eigener Intensivstation“, sagte Dirk Burghaus. Nicht die einzige Herausforderung der Sportklinik in Bezug auf Finanzen: Fehlende Planungssicherheit aufgrund von sich schnell ändernden Vorgaben und Gesetzen, Vorfinanzierungen für Pflegedienstleistungen und steigende Kosten machen es den Krankenhäusern schwer. Ebenso wie eine umfangreiche Bürokratie in Bezug auf die Abrechnungen und vielfache Kontrollen durch den Medizinischen Dienst. Probleme, die Nezahat Baradari als Ärztin auch kennt und erkennt: „Man muss es ganz klar so sagen: Die Bürokratie in dieser Größenordnung geht am Ende auf Kosten der Zeit, die man für die Patienten hat.“

Ebenso wie der Fachkräftemangel. „Es ist nicht so, dass wir nicht mehr Personal einstellen wollen“, sagte Dirk Burghaus, „aber es gibt einfach keine Fachkräfte, der Markt ist leer gefegt.“ Dies, so Burghaus, liege im Bereich der Pflegekräfte auch daran, dass in der Öffentlichkeit mitunter ein schlechtes Bild von der Pflege gezeichnet werde. Nezahat Baradari war sich sicher, dass dieses Problem ohne die Anwerbung von ausländischen Fachkräften kaum zu bewältigen sein wird.

Standortnachteil durch A45

Dazu kommt für die Lüdenscheider Klinik erschwerend die Sperrung der Autobahnbrücke und ein entsprechend längerer Weg zur Arbeit für Ärzte und Pflegepersonal hinzu: „Das wollen viele auf Dauer nicht auf sich nehmen und suchen stattdessen nach Jobs in Wohnortnähe, vor allem im Ruhrgebiet.“ Darüber hinaus: Die Zahl der Patienten, die aus dem Gebiet nördlich der Autobahnsperrung kommen, hat merklich abgenommen. Ein klarer Standortnachteil für die Sportklinik. „Was in dieser Hinsicht fehlt ist eine Perspektive, wann und wie genau der Brückenneubau steht“, so Burghaus.  Forderungen und Denkanstöße, die Nezahat Baradari mit nach Berlin nimmt – und dort auch mit in den Gesundheitsausschuss und zum Verkehrsminister. Denn Baradari ist sich sicher: „Planungssicherheit ist für die Kliniken enorm wichtig, damit weiterhin Spitzenmedizin, wie etwa in der Sportklinik, im Märkischen Kreis angeboten werden kann.“