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Gescheiterte Impfpflicht – Nezahat Baradari ist vom Abstimmungsverhalten der Unionsfraktion im Deutschen Bundestag zutiefst enttäuscht

„Das war heute ein schlechter Tag für Deutschland, wir werden im Herbst die Folgen der gescheiterten Impfpflicht zu spüren bekommen“, sagt die heimische SPD-Bundestagsabgeordnete, die heute im Bundestag für die allgemeine Impfpflicht gestimmt hat. Baradari weiter: „Die Unionsfraktion CDU/CSU, die im Deutschen Bundestag ja bereits neben der AfD sitzt, hat sich mit der Ablehnung keinen Gefallen getan. Es stimmt schon mehr als traurig, dass die CDU/CSU gerade von der AfD den größten Applaus für ihr Abstimmungsverhalten bekommen hat.“

Ein Kompromissvorschlag von Abgeordneten der SPD, Bündnis 90/Die Grünen und der FDP, der eine Impfnachweispflicht für alle Menschen ab 60 Jahren ab Oktober und eine Beratungspflicht für alle Menschen ab 18 Jahren vorsah, wurde mit klarer Mehrheit vom Bundestag abgelehnt. Diese Entscheidung ruft gerade auch bei der Kinder- und Jugendärztin Nezahat Baradari völliges Unverständnis hervor.

Ebenso wie der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte befürchtet Nezahat Baradari, dass sich bis Herbst die Impfrate nicht mehr signifikant erhöhen wird. „Die Hauptleittragenden werden im Herbst wieder die Kinder und Jugendlichen sein. Das sind die Erfahrungen der letzten zwei Jahre. Die Ablehnung des Gesetzes ist unverantwortlich!“, so Baradari abschließend.

Nezahat Baradari hatte sich schon früh für eine Impfpflicht ab 18 Jahren ausgesprochen. „Ich bin nach wie vor der Überzeugung, dass dies der richtige Ansatz für einen schnellen und sicheren Weg aus der Pandemie ist. Demokratie bedeutet zuweilen, dass der favorisierte Vorschlag nicht die erforderliche Mehrheit findet. Das haben wir heute im Deutschen Bundestag erlebt. Die CDU hat aus taktischen Gründen ihrer Fraktion empfohlen, den Impuls zu unterdrücken, an einer konstruktiven Lösung mitzuwirken. Das halte ich für ein sehr gefährliches Spiel! Wir sind dafür verantwortlich, unsere Bevölkerung zu schützen. Sollte sich im Laufe der nächsten Monate eine weitere, gefährlichere Variante ausbreiten, gehöre ich zu den ersten, die den nächsten Vorstoß zu einer allgemeinen Impfpflicht unternehmen wird.“