„Sie rennen bei mir offene Türen ein!“

Heimische Mutterkuhhalter und die Bundestagsabgeordnete Baradari fordern eine gerechtere Subventionspolitik

Auf Einladung des Arbeitskreises Mutterkuhhaltung besuchte Nezahat Baradari, sozialdemokratische Bundestagabgeordnete aus Attendorn, jüngst den Bauernhof Stuff in Olpe-Hohl. Die Mutterkuhhalter haben Forderungen an die Politik. Und finden in der Bundestagsabgeordneten eine große Fürsprecherin.

Begrüßt wurde Baradari von den Vorsitzenden der Initiative, Michael Stinn aus Attendorn, Matthias Stuff aus Olpe und Tobias Belke aus Attendorn sowie vielen Mitstreitern auch aus benachbarten Kreisen sowie Vertretern des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands (WLV).

Den Initiatoren des zum WLV gehörenden Arbeitskreises brennt ein Thema besonders unter den Nägeln: Als Mutterkuhhalter fühlen sie sich im Vergleich zu anderen Tierhaltungen und Produktionsformen durch die Politik ungerecht behandelt und finanziell deutlich schlechter gestellt. Zumal sie als Kleinbauern ganz überwiegend im Nebenerwerb tätig sind. „das geht nur mit Idealismus und Familie, und das 365 Tage im Jahr“, so Stuff.

Baradari, ordentliches Mitglied im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft des Bundestages, und der Arbeitskreis stimmen überein, dass die Tiere bei der Mutterkuhhaltung sehr natürlich gehalten werden. Die Mutterkühe werden nicht zur Milchproduktion gehalten, sondern zur Aufzucht der Kälber. Das Kalb saugt bis zum „Absetzen“ im Alter von acht bis zehn Monaten am Euter der Kuh. Die Kuh, später auch das Kalb, ernähren sich hauptsächlich von Gras und Heu. Das Leben der Mutterkühe spielt sich von April bis November komplett auf der Weide ab. Die Tiere haben sehr viel Platz und leben im natürlichen Herdenverbund. Zudem hat die Muttertierhaltung ökologische Vorteile, sie dient der Landschaftserhaltung und dem Tourismus, weil das Grünland durch Mutterkuhalter gepflegt wird und für ein offenes und abwechslungsreiches Landschaftsbild sorgt. Den Erlös erzielen die Kleinbauern durch den Verkauf der Tiere. Keine Medaille ohne zwei Seiten: Oft müsse sich dem Preisdruck anderer Branchen angepasst werden, die Erlössituation bezeichnet der Aktionskreis als „prekär“. Der Aufwand dieser Haltungsform ist im Vergleich zu anderen Arten der Tierhaltung wesentlich höher und bedeutet einen „erheblichen Kostenunterschied in der Haltung“, so die Mitglieder des Arbeitskreises unisono. Sie fordern eine staatliche Unterstützung von dreihundert Euro je Mutterkuh jährlich. Dazu bedürfe es keiner „neuen Gelder, sondern einfach nur einer besseren Verteilung vorhandener Subventionen wie zum Beispiel der Einführung von Subventionsobergrenzen“, erläutert Stuff. Baradari versteht die Forderung der Initiative nach einer leistungsgerechten Förderung: „Ihre Arbeit ist der biologischen Artenvielfalt sehr dienlich. Mit der Ansiedlung des Wolfes im Sauerland erkenne ich auch an, dass besondere  Schwierigkeiten auf Sie zukommen.“

Zwischen den Forderungen der Mutterkuhhalter und der SPD-Fraktion gibt es sehr große „Überschneidungen“, betonte Baradari. „Ich bin an ihrer Seite“.

Um dem Anliegen der Mutterkuhhaltern Gehör zu verschaffen und dem Gegenwind aus dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, namentlich in Person der Bundesministerin Julia Klöckner (CDU), etwas entgegenzusetzen, wird Baradari das Thema mit in den Deutschen Bundestag nehmen und weitere Gespräche führen. „Ich verspreche nichts, aber ich kümmere mich darum“, versprach Baradari. Abschließend wurde die Bundestagsabgeordnete von der Vorsitzenden des Kreisverbands Olpe des Westfälisch-Lippischen LandFrauenverbandes, Annette Stuff, bei kühlem Wetter zu einer heißen Tasse Kaffee und Kuchen eingeladen. Sie tauschten sich rege über frauenpolitische Themen wie Grundrente, Rentenpunkte für Ehrenamtlerinnen und Frauenquote in politischen Gremien aus.

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