„Frauen müssen ihre Möglichkeiten voll ausschöpfen können – die Lebensleistung von Frauen anerkennen“

Lüdenscheid/Olpe. Das Grundgesetz verpflichtet den Staat in Artikel 3, die Gleichberechtigung von Frauen und Männern durchzusetzen und Benachteiligungen zu beseitigen. „Diesen Handlungsauftrag nimmt die SPD-Bundestagsfraktion sehr ernst“, erklärt die heimische Bundestagsabgeordnete Nezahat Baradari zum Internationalen Frauentag am 8. März.

Die SPD-Politikerin fügt hinzu: „Wir Sozialdemokraten treten für eine Gesetzgebung ein, die zeitgemäße Rollenbilder von Frauen und Männern unterstützt. Auch wenn wir in den vergangenen Jahren beispielsweise mit dem Elterngeld, der Quote für Frauen in Führungspositionen, dem gesetzlichen Mindestlohn und dem Rückkehrrecht von Teilzeit auf die vorherige Arbeitszeit schon einiges auf den Weg gebracht haben, laufen Frauen noch immer Gefahr, ihre Möglichkeiten nicht voll ausschöpfen zu können: Sie werden durchschnittlich schlechter bezahlt als Männer, steigen familienbedingt öfter und länger aus dem Job aus, steigen häufig nur in Teilzeit wieder ins Erwerbsleben ein, und das nicht selten unterhalb ihrer Qualifikation.“

Das wirke sich, so Nezahat Baradari (MdB), verheerend auf die Alterssicherung von Frauen aus. So sei die Rente von Frauen am Ende ihres Erwerbslebens in der Regel nur halb so hoch wie die Rente der Männer. „Unsere aktuellen Vorschläge für eine Grundrente gehen diese Ungleichheit an. Ganz überwiegend werden davon Frauen profitieren. Vor allem solche Frauen, die ihre Erwerbstätigkeit wegen ihrer Kinder einschränken mussten und deshalb nicht ausreichend für ihre Alterssicherung vorsorgen konnten. Von der Grundrente profitieren würden nicht zuletzt auch Frauen, die jahrzehntelang zu Niedriglöhnen arbeiten mussten“, betont Nezahat Baradari (SPD-MdB) und ergänzt: „Es geht hier um nichts Geringeres als die Anerkennung und Würdigung der Lebensleistung vieler Frauen.“

Neben der Einführung einer Grundrente müsse gleichzeitig weiter daran gearbeitet werden, dass Frauen über den gesamten Lebensverlauf hinweg die gleichen Chancen wie Männer haben: Auf einen gut bezahlten Job und damit zugleich auf eine eigenständige und auskömmliche Alterssicherung. „Es ist allerhöchste Zeit, dass wir Berufe, die häufig von Frauen ausgeübt werden, zum Beispiel im Bereich der Pflege, Gesundheit und Kindertagesbetreuung, aufwerten. Denn es ist nicht akzeptabel, dass Tätigkeiten mit so hohen Anforderungen und einer so großen Bedeutung für die Gesellschaft weiterhin so gering entlohnt werden“, unterstreicht Nezahat Baradari, die im Bundestag den Kreis Olpe und den südwestlichen Teil des Märkischen Kreises vertritt.

Zudem gelte es, nach verfassungsrechtlich möglichen Wegen zu suchen, um künftig eine angemessenere Präsenz von Frauen auch in unseren Parlamenten zu erreichen. „Auch hier gibt es sicherlich noch viel Nachholbedarf“, hebt Baradari abschließend hervor.

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