Netzwerker bei der Suchtprävention

Netzwerker bei der Suchtprävention Bild: Caritas-AufWind, Wenden

Informationsgespräch bei Caritas-AufWind, Wenden

Sich aus einer Sucht zu befreien ist alles andere als einfach. Was vorbeugend unternommen werden kann und welche Hilfen angeboten werden, um dem Teufelskreis der Sucht zu entkommen, darüber informierten sich bei einem gemeinsamen Besuch bei Caritas-AufWind Wenden die Vorsitzende der SPD Wenden, Jutta Hecken-Defeld und SPD-Kreistagsmitglied und Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF Wenden), Hildegund Hennrichs. Ihre Gesprächspartnerinnen bei Caritas-AufWind waren Karolin Schmidt (Standortleitung und Suchtberatung) sowie Verena Stamm (Suchtprävention und  –beratung).

Der Sozial- und Gesundheitsausschuss, dem Hildegund Hennrichs im Kreistag angehört, hatte sich in seiner letzten Sitzung im Rahmen des europäischen Protesttags, bei dem in diesem Jahr der Fokus auf abhängigkeitserkrankte Menschen gelegt wurde, mit Betroffenen und Angehörigen ausgetauscht. Diese waren vor Ort, um ihre Erfahrungen und ihre Bedarfe als Anregung an die Politik zu geben. Frau Hennrichs berichtete u. a. von einem Schwerpunkt Kinder aus Familien mit suchterkrankten Eltern. „Im Gespräch wurde sehr schnell deutlich, dass Kinder suchterkrankter Eltern oft ihre Probleme mit sich selbst ausmachen. Zudem schämen sie sich, mit anderen offen über ihre Nöte zu sprechen. Diese Situation birgt große Risiken für die betroffenen Kinder. Sie sind z. B. auch besonders gefährdet, später selbst einmal suchtkrank zu werden. Es ist wichtig, dass diese Kinder vertrauenswürdige Ansprechpartner finden – aber in erster Linie „Zuhörer“ haben. Diese Gesprächspartner müssen die Privatsphäre der Kinder wahren und möglichst Hilfestellung geben und ggf. auch dafür sorgen, dass Maßnahmen eingeleitet werden. Kinder erhalten zwar Unterstützung im Rahmen der Erwachsenenunterstützung, jedoch eine spezielle und eigene Unterstützung wird bisher zu wenig oder gar nicht angeboten, wäre aber dringend erforderlich“, sagte Hildegund Hennrichs.

„Wir können uns nur wünschen, das Auffällige im Umgang mit Alkohol und anderen Suchtmitteln frühzeitig von Verwandten, Freunden und Arbeitskollegen auf ihr Verhalten angesprochen werden, damit sie sich entweder aus eigener Kraft ändern oder aber kompetente Hilfe holen“, sagte Jutta Hecken-Defeld. „Wer den Missbrauch oder Auffälligkeiten toleriert, unterschätzt die Gesundheitsgefährdung und trägt am Ende sogar zur Verlängerung oder Entstehung der Krankheit bei.“

„Um frühzeitig auf die Gefahren von Alkohol und Drogen aufmerksam zu machen und zu einem kritischen Umgang anzuregen setzt Caritas-AufWind Wenden ganz besonders auf Multiplikatoren“, erläuterte Verena Stamm. Bei diesem Angebot mit Schulungen für Erzieherinnen, Aufklärungsarbeit an den Schulen und Fortbildungen für Lehrkräfte und Schulsozialarbeitende wird schon bei den Jüngsten angesetzt. „Für Jugendliche werden immer wieder attraktive Mitmach-Aktionen, wie z. B. der „Promille Run“ angeboten. Dort kann über unterschiedliche Materialien getestet werden, wie sich Verhalten und Reaktion unter Einfluss von Alkohol verändern“, verdeutlichte Karolin Schmidt. „Je nach Zielgruppe arbeiten wir mit verschiedenen Programmen, die spezifisch dafür entwickelt wurden. Dabei geht es sowohl um problemorientierte Angebote als auch um allgemeine Gesundheitsförderung. Ziel dabei ist zum einen die Stärkung des Bewusstseins in problematischen (Konsum-) Situationen und zum anderen die Hinführung zu verantwortungsbewusstem Umgang mit Suchtmitteln. Die Prävention bezieht sich aber nicht allein auf Kinder und Jugendliche. Auch ein Angebot für Firmen über betriebliche Suchtprävention und Gesundheitsförderung kann in Anspruch genommen werden.

„Sucht hat immer eine Geschichte. Caritas-AufWind bietet an fünf Standorten im Kreis vielfältige Hilfen an, die aber auch angenommen werden müssen. Der Weg dahin ist für die Betroffenen oft schwer. Wichtig ist vor allem, das Thema Suchtkrankheit und Suchtprävention in die Öffentlichkeit zu bringen und ein Bewusstsein für die Entstehung und die Vermeidung von Sucht zu schaffen“, sagte Jutta Hecken-Defeld. Die beiden SPD-Frauen bedankten sich bei den Vertreterinnen von Caritas-AufWind für die interessanten Informationen und den intensiven Austausch.

Karolin Schmidt erörterte abschließend die finanzielle Situation von Caritas- AufWind, die auf Unterstützung durch Spenden und Sponsoren angewiesen ist, um den laufenden Betrieb finanzieren zu können. Jährlich müssten kreisweit erhebliche Anteile durch Eigenmittel des Caritasverbandes, kirchliche Fördermittel und zusätzlich 200.000 Euro durch Spenden finanziert werden.

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