Internationaler Frauentag – 100 Jahre Frauenwahlrecht

100 Jahre Frauenwahlrecht
100 Jahre Frauenwahlrecht Bild: DGB Südwestfalen

In diesem Jahr feiern wir 100 Jahre Frauenwahlrecht. Frieda Nadig und Elisabeth Selbert (beide SPD), Helene Weber (CDU) und Helene Wessel (Zentrumspartei) haben als Mitglieder des Parlamentarischen Rates wesentlich zum Entstehen des Grundgesetzes und zur verfassungsrechtlichen Gleichstellung von Männern und Frauen beigetragen. In diesem Jahr feiern wir nicht nur 100 Jahre Frauenwahlrecht. Die SPD Wenden begeht auch ihr 60-jähriges Bestehen und hat sich aus diesem Anlass dafür eingesetzt, dass ab Herbst diesen Jahres die Ausstellung „Die vier Mütter des Grundgesetzes“ im Museum der Wendenerhütte zu sehen sein wird.

Für ihre Rechte musste die Arbeiterinnenbewegung lange kämpfen. 1949 fand der bedeutsame Durchbruch für die Gleichberechtigung seinen Niederschlag im Grundgesetz. „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“, heißt es in Artikel 3. Ohne das Engagement der vier Frauen im Parlamentarischen Rat und den vielen Frauen, die sich in der Öffentlichkeit für die volle Gleichberechtigung stark machten, wäre es zu dieser Formulierung nicht gekommen.

Bis heute jedoch gilt zwar die rechtliche Gleichstellung von Mann und Frau, doch trotz zähem Ringen ist die tatsächliche Gleichstellung der Geschlechter in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft längst nicht durchgesetzt. Wiederholt zeigt sich: Frauen brauchen bei allem, was sie fordern, einen langen Atem und verlässliche Verbündete. Heute, nach 100 Jahren Frauenwahlrecht, ist das deutsche Parlament so männlich wie seit zwanzig Jahren nicht mehr. Nur ein Drittel der Abgeordneten sind Frauen. Zudem wollen Rechtspopulisten mit ihrem rückständigen Frauenbild und ihren Familienvorstellungen von gestern, die Frauen wieder in enge Schranken verweisen. Frauendominierte Berufe werden immer noch schlechter bezahlt. Frauen stehen vor ungelösten Arbeitszeitproblemen, haben geringere Karrierechancen und am Ende ihrer Erwerbstätigkeit eine kleinere Rente als Männer. Frauen müssen weiter kämpfen für ihr Recht auf ein selbstbestimmtes Leben in wirtschaftlicher Unabhängigkeit. Von der neuen Bundesregierung dürfen Frauen erwarten, dass sie sich zu diesem Ziel bekennt und alles daran setzt, die Arbeitszeitlücke, die Entgeltlücke und die Rentenlücke zwischen Frauen und Männern endlich zu schließen.

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