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  • 22. Mai 2017

Wahlnachlese im SPD-Kreisverband Olpe


Zu einer Vorstandssitzung, wo als Schwerpunkt die Wahlnachlese zum Landtagswahlkampf auf dem Programm stand, trafen sich die Genossinnen und Genossen des SPD-Kreisverbandes Olpe in Langenei - ein Wahlbezirk, in dem die SPD gewonnen hat. „Die Enttäuschung über das insgesamt schlechte Wahlergebnis ist groß, doch wir sind stolz auf unseren Landtagskandidaten Wolfgang Langenohl, der einen unglaublich engagierten Wahlkampf geführt hat und das hat sich zumindest in einigen Ortschaften des Kreises auch in einem guten Wahlergebnis gezeigt. In seiner Heimatstadt Attendorn und in Lennestadt hat er sogar in Teilen bei der Erststimme ein besseres Ergebnis eingefahren als wir es im Jahr 2012 hatten“, sagte SPD-Kreisverbandsvorsitzender Robert Kirchner-Quehl. „Wir haben in den letzten Wochen erlebt, wie sich Stimmungen und dann auch Stimmen gedreht haben. Am Einsatz unseres Kandidaten hat dieser Misserfolg nicht gelegen“, so SPD-Urgestein Walter Sinzig. „Wir haben hier vor Ort keine Krise!“

Doch im Hinblick auf die Führung des Wahlkampfes wurden gegenüber dem SPD-Landesverband kritische Stimmen laut. Die Wahlkampagne hätte die Wählerinnen und Wähler nicht erreicht. „Inhalte mit Zahlen, Daten und Fakten sind von den hauptamtlichen Politikern der Landes-SPD nicht gut transportiert worden und auch die Themenplakate haben nicht zu einer Verdeutlichung politischer Inhalte beigetragen“, so die ungeteilte Meinung der Genossen. Bei der Politik der GRÜNEN hätte die SPD nicht so lange mitgehen dürfen. Ebenso hielten einige Genossen das Festhalten an Innenminister Ralf Jäger für einen Fehler. Die Entscheidung gegen eine große Koalition in Düsseldorf und für einen personellen Neuanfang der Landes-SPD trifft in der Vorstandssitzung unter den Genossen auf große Zustimmung. „Für die NRW-SPD kommt es jetzt darauf an, in Geschlossenheit die inhaltliche und strukturelle Neuaufstellung zu beginnen. Dieser Prozess muss schnell voran gehen, damit der Bundestagswahlkampf nicht mit Personaldiskussionen in der Landespartei belastet wird“, forderte Langenohl.


Unterkriegen lassen will sich niemand von der SPD im Kreis Olpe. Der Kreisverband will jetzt vor allem mit den Ortsvereinen und Stadtverbänden entschlossen „weiter kämpfen“ und mit Bundestagskandidatin Nezahat Baradari einen engagierten Wahlkampf führen. Sobald beim Bundesparteitag die Themen endgültig festgezurrt werden, wird es gemeinsame Veranstaltungen und Aktionen im Kreis Olpe und im südlichen Märkischen Kreis geben. „Die heiße Wahlkampfphase beginnt Anfang September, weil viele Wähler erst kurzfristig entscheiden, wo sie ihr Kreuz machen“, erklärte Wahlkampfhelfer Walter Sinzig.

Unter Leitung des Vorsitzenden Robert Kirchner-Quehl wird der SPD-Kreisverband als nächstes eine Mitgliederversammlung einberufen, um über die Zukunft und die Neuausrichtung der SPD zu diskutieren. Zu dieser wichtigen inhaltlichen Debatte soll auch ein Mitglied des SPD-Bundesvorstandes eingeladen werden. „Mit einer Analyse und der Diskussion im Nachhinein lässt sich leider das Ergebnis nicht mehr ändern. Wir müssen künftig bereits viel früher zu solchen Auseinandersetzungen kommen. Die Gliederungen müssen mitreden und sich Gehör verschaffen, so lange sich Entwicklungen noch beeinflussen lassen“, erklärte Robert Kirchner-Quehl.

Wolfgang Langenohl bedankte sich bei seinen zahlreichen Unterstützern und vor allem bei seinem Wahlkampfteam. Er versicherte, sich weiterhin einzubringen und auch künftig Verantwortung zu übernehmen, was die Organisation ehrenamtlicher Politik im Kreis Olpe und in Südwestfalen betreffe. Langenohl wird weiterhin das Bindeglied zwischen Kommunalpolitik und Landespolitik sein und in sofern ist er gerne Ansprechpartner in der Region.

Vor Beginn ihrer Vorstandssitzung besuchten die Genossinnen und Genossen die Wasserkraftanlage „Kickenbacher Hammer“. Die Nutzung von Wasserkraft hat eine jahrhundertelange Tradition. An mancher Stelle – wie auch in Kickenbach - sind noch heute alte Mühlräder an Flüssen und Bächen zu sehen, die Mühlsteine, Säge- oder Hammerwerke angetrieben haben. Die Anlage an der Lenne bestand einst zur gewerblichen Nutzung. In den 30er Jahren sorgte der Betrieb der Wasserkraftanlage für die erstmalige Stromversorgung der Ortschaft Kickenbach. Aufgrund der gesunkenen Strompreise wurde der Betrieb der Anlage im Jahr 1956 wieder aufgegeben. Vor dem Hintergrund der Energiewende und der Endlichkeit fossiler Energieträger leistet die unerschöpfliche und abgasfreie Wasserkraft bei der Energiegewinnung auch heute ihren Beitrag, wobei es noch ausbaufähiges Potential gibt.